Wie unterscheiden sich Gründungsvorhaben von Frauen und Männern – dieser Frage ist die KfW Bankengruppe nachgegangen: Herausgekommen ist eine Studie im Rahmen der Reihe „KfW Research“, die im Juli 2011 veröffentlicht wurde.

Im Jahr 2010 haben sich rund 349.000 Frauen für den Eintritt in die Selbständigkeit entschieden, dies sind 37 Prozent aller Gründungen in Deutschland. Hierbei beginnen zwei Drittel der Gründerinnen ihre Selbständigkeit zuerst im Nebenerwerb, während sich männliche Gründer zu gleichen Teilen auf haupt- und Nebenerwerbsgründungen verteilen. Gründe hierfür sieht die KfW in den persönlichen Präferenzen und dem familiären Umfeld von Gründerinnen. Da Frauen nach wie vor einen Hauptteil der Verantwortung für Haushalt und Familie tragen, steht ihnen weniger Zeit für die Erwerbstätigkeit zur Verfügung. Andererseits erlaubt gerade eine Selbständigkeit durch die damit verbundene Flexibilität in der Arbeitseinteilung, Familie und Berufstätigkeit besser miteinander zu vereinbaren, als dies in abhängiger Beschäftigung möglich wäre.

Auch bei der Branchenwahl zeigen sich zwischen Gründerinnen und Gründern deutliche Unterschiede. Frauen gründen am häufigsten im Bereich der persönlichen Dienstleistungen, während Männer ihre Projekte meist im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen ansiedeln. Obgleich Männer und Frauen andere Brachen wählen, unterscheiden sich ihre Projekte hinsichtlich des Innovationsgehaltes der Gründungsidee nicht voneinander. Nur jeder Zehnte startet mit einer Neuheit für den regionalen Markt, deutschland- oder weltweite Neuheiten sind noch seltener (5 % der Gründer und 4 % der Gründerinnen).

Gründerinnen wie Gründer starten überwiegend ohne mitgründende Teampartner und ohne Mitarbeiter. Gründerinnen starten noch häufiger solo als ihre männlichen Kollegen. Wenn Gründerinnen Mitarbeiter beschäftigen, dann im Durchschnitt weniger als Gründer. Auch beim Finanzierungsbedarf unterscheiden sich die Gründungsprojekte, Projekte von Frauen kommen durchschnittlich mit einem geringeren Finanzierungsbedarf aus. Dass Frauen kleinere Gründungsprojekte als Männer realisieren, lässt sich vor allem auf die Anzahl der Nebenerwerbsgründungen und die bevorzugt gewählten Brachen zurückführen.

Dies kann auch die Ursache dafür sein, dass Gründerinnen ihre Selbständigkeit häufiger nach kurzer Zeit wieder beenden. Während nach 3 Jahren noch 74 Prozent der Gründer selbständig tätig waren, gilt dies nur für 64 Prozent der Gründerinnen. Diese höhere Abbruchquote ist primär auf die kleineren Projekte zurückzuführen. Die KfW kommt damit zu dem Schluss, dass sich die Förderung von Gründungsprojekten vorrangig an den Projektmerkmalen ausrichten muss, nicht am Geschlecht des Existenzgründers. Auf der anderen Seite sei es lohnenswert, in der Gründungsberatung stärker auf geschlechterspezifische Informationsbedürfnisse einzugehen, beispielsweise hinsichtlich Branchenwahl, Rechtsform und Mitarbeiter.

Die komplette Studie ist erhältlich bei der KfW Bankengruppe:

http://www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Fachthemen/Research/PDF-Dokumente_Akzente/Akzente_Nr._44.pdf

Quelle: KfW-Bankengruppe, KfW-Research Nr. 44, Juli 2011

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