In den letzten Tagen wurden die neuen Beitragssätze für die Sozialversicherungen veröffentlicht. Durch die Senkung des Beitragssatzes in der gesetzlichen Rentenversicherung sinken die Beiträge für pflichtversicherte oder freiwillig gesetzlich rentenversicherte Selbständige. Im Gegenzug steigen die Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Ursache ist das gestiegene Lohnniveau in Deutschland, an dem sich die Beitragsbemessungsgrenze orientiert. In der Pflegeversicherung steigen zudem ab Januar die Beiträge. Für viele Selbständige bedeutet dies, dass sie ab 2013 für ihre Sozialversicherungen tiefer in die Tasche greifen müssen.

Was sich bei den Versicherungen im Einzelnen ändert und welche Beiträge 2013 gelten, haben wir nachfolgend zusammengestellt:

Gesetzliche Krankenversicherung:

Der Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenkasse bleibt 2013 konstant bei 14,9 % (ohne Krankentagegeld, nur für Selbständige!) bzw. 15,5 % (mit Krankentagegeld ab der 7. Krankheitswoche). Die Beitragsbemessungsgrenze steigt jedoch auch dieses Jahr, von 3.850  € auf 3.937,5 €.

Der Mindestbeitrag richtet sich nach der „Mindestbeitragsbemessungsgrundlage“. Diese steigt in 2013 auf 2.021,25 Euro. Der neue Mindestbeitrag (ohne Pflegeversicherung, ohne Krankentagegeld) beträgt damit 301,17 Euro.

Die reduzierte Beitragsbemessungsgrundlage für soziale Härtefälle steigt auf 1.347,50 Euro, der Mindestbeitrag damit auf 200,78 Euro. Dieser reduzierte Beitrag gilt auch für Existenzgründer mit Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld.

Pflegeversicherung:

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 21.09.2012 den Weg für die Pflegereform frei gemacht. Der Beitragssatz steigt damit zum 1. Januar 2013 von 1,95 auf 2,05 Prozent. Kinderlose über 23 Jahren zahlen einen höheren Beitrag von 2,3 Prozent.

Für die Pflegeversicherung gelten dieselben Bemessungsgrenzen wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Rentenversicherung:

Für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung sinkt der Beitragssatz von 19,6 % auf 18,9 %. In den alten Bundesländern steigt jedoch die Beitragsbemessungsgrenze auf 5.800 Euro und in den neuen Bundesländern auf 4.900 €. Für Selbständige mit hohem Einkommen wird daher die Beitragssenkung nahezu „aufgefressen“: Der Höchstbetrag sinkt nur geringfügig auf 1.096,20 € (West) bzw. 926,10 € (Ost).

Durch die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze auf 450 Euro steigt auch der Mindestbeitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung auf 85,05 EUR.

Der Regelbeitrag, der alternativ zu dem einkommensabhängigen Beitragssatz gewählt werden kann, sinkt im neuen Jahr in Ostdeutschland auf 429,97 Euro (2012: 439,04 Euro) und in Westdeutschland auf 509,35 Euro (2012: 514,50 Euro). Damit sinkt auch der hälftige Regelbeitrag für Existenzgründer innerhalb der ersten 3 Jahre auf 214,99 Euro (Ost) bzw. 254,67 Euro (West).

Arbeitslosenversicherung:

Der Beitragssatz zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung bleibt zwar stabil bei 3 Prozent, allerdings erhöht sich die Bezugsgrenze der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Der Beitrag beträgt 2013 damit in Ostdeutschland monatlich 68,25 Euro (2012: 67,20 Euro) und in Westdeutschland 80,85 Euro (2012: 78,75 Euro). Existenzgründer im ersten Jahr der Gründung müssen 1 Jahr lang nur die Hälfte des Beitrages zahlen.

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